EU-Kürzungen könnten Landwirte am Umweltschutz hindern

Bonn – Die Europäische Kommission hat ihren Vorschlag für den neuen mehrjährigen Finanzrahmen vorgelegt und sorgt damit für massive Irritationen in der Landwirtschaft: Das Budget der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) soll um 90 Milliarden Euro gekürzt werden, zudem soll die zweite Säule der europäischen Agrarförderung entfallen, aus der bisher die Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) finanziert wurden. Das Angebot,dass die Länder eigene, nationale Strategiepläne erstellen sollten, stellt keine Verbindlichkeit im Umwelt- und Klimaschutz dar und widerspricht jeglicher Planungssicherheit auf Seiten der landwirtschaftlichen Betriebe. Die Kürzungen bedeuten einen Abschied von der Partnerschaft mit der Landwirtschaft im Umwelt- und Klimaschutz.

Dieser Ausstieg aus der etablierten Fördersystematik wird  zu mehr Unsicherheit und Komplexität führen. Für Tobias Esch, Projektleiter von LandPerspektiven beim Verein heimatwurzeln e.V., ist klar: „Diese Kürzungen sind nicht nur ein Symptom der wechselhaften Beziehung, die die Agrarpolitik auf vielen Ebenen mit der Landwirtschaft führt sondern auch ein politisches Signal: Die Landwirtschaft ist kein Partner mehr im Klimaschutz.“

Beispiel AUKM: Gute Idee – Schlechte Umsetzung

Gerade die AUKM haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sich Klimaschutz und Landwirtschaft nicht ausschließen, sondern einander befördern können – wenn man sie richtig aufsetzt. Der gemeinnützige Verein heimatwurzeln e.V. erarbeitet in seinem Projekt LandPerspektiven gemeinsam mit Landwirten auf regionaler Ebene Vorschläge, wie die AUKM pragmatischer und effektiver in die Betriebsabläufe eingebettet werden könnten. Die Erfahrung zeigt: Wo Anträge kompliziert sind, der Dokumentationsaufwand hoch, die Umsetzung unflexibel ist und es an Planungssicherheit fehlt, entstehen keine wirksamen Strukturen für Umwelt- und Klimaschutz in der Landwirtschaft. Viele Maßnahmen werden zwar angeboten, aber nicht genutzt.

Und wie geht es weiter?

Noch steht der neue Finanzrahmen nicht fest – Mitgliedsstaaten und EU-Parlament müssen zustimmen. Für heimatwurzeln e.V. ist jetzt der Moment, um klar gegenzusteuern. Der deutsche GAP-Strategieplan muss auch weiterhin klare Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen beinhalten, die jedoch verbessert und an die Erkenntnisse aus verschiedenen Modellregionen und den Austauschrunden von LandPerspektiven angepasst werden müssen. Gerade wenn die Budgets weiter schrumpfen, müssen die Maßnahmen umso effektiver und praxisnäher ausgestaltet werden.

Über LandPerspektiven

Landwirte sind das Rückgrat unserer Heimat. Doch oft stehen sie bürokratischen, praxisfernen Maßnahmen gegenüber, die ihre Arbeit erschweren. LandPerspektiven will das ändern. Das Projekt setzt auf pragmatische, lösungsorientierte Ansätze, die den Umweltschutz effektiv und lebensnah gestalten – gemeinsam mit den Landwirten und nicht über ihre Köpfe hinweg. Denn nur so können der nachhaltige Schutz unserer Heimat und die Zukunft hochwertiger Lebensmittelproduktion in Deutschland gesichert werden. LandPerspektiven ist ein Projekt von heimatwurzeln e.V. Mehr Informationen: landperspektiven.de

Über heimatwurzeln e.V.

heimatwurzeln ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Bonn und setzt sich für bürgerlichen Klimaschutz ein. Gemeinsam mit Partnerorganisationen aus dem bürgerlichen Spektrum fördert der Verein die Akzeptanz für Klimaschutzmaßnahmen in der Mitte der Gesellschaft. Mehr Informationen: heimatwurzeln.de

Ihr persönlicher Ansprechpartner

Julian Franz ist gerne für Sie da. Als Pressesprecher kümmert er sich um Ihre Anliegen rund um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. 

Julian Franz

Pressesprecher

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