Die Veranstaltungsreihe “Kühle Köpfe für eine gesunde Heimat” zeigt, dass klimaresiliente Infrastrukturen und gesundheitsfördernder Städtebau einen Gewinn an Lebens- und Aufenthaltsqualität sowie Zukunftssicherheit bedeuten. Nun geht das Projekt in die nächste Runde.
Berlin – Auf Einladung von heimatwurzeln e.V. kamen am 04. Dezember 2025 unter dem Titel „Kühle Köpfe für eine gesunde Heimat“ Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Forschung und kommunaler Verwaltung in Berlin zusammen. In einem Punkt waren sich alle Beteiligten einig: Die Anpassung unserer Städte an extreme Wetterlagen wie Hitze hätte eine massive Entlastung des Gesundheitssystems zur Folge.
Mit dabei waren Dorothea Baltruks, Leiterin des Centre for Planetary Health Policy (CPHP), PD. Dr. habil. Fritz Reusswig vom Potsdam Institute for Climate Impact Research, Max Bürck-Gemassmer, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit und Dominik Chadid, Klimaschutzbeauftragter beim Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf. Durch den Abend führte Korbinian Rausch, Direktor für Projekte und Partnerschaften von heimatwurzeln e.V. Die Reihe “Kühle Köpfe für eine gesunde Heimat” wurde vom Wellcome Trust ermöglicht, der damit die Verknüpfung von gutem Städtebau, Klima-und Gesundheitsschutz stärken möchte.
Korbinian Rausch leitete den Abend mit einem Vergleich von Brand- und Klimaschutz bei der Planung von Gebäuden ein. Während der Brandschutz immer mitgedacht würde, sei dies sehr häufig bei Klimaaspekten nicht der Fall. Gravierende Fehlplanungen seien dann die Folge, wie z.B. große Glasfronten an Schulen, die südlich ausgerichtet sind und bei Sonneneinstrahlung zu unerträglich aufgeheizten Klassenzimmern führten. Dorothea Baltruks wies in ihrem Impulsvortrag auf die Kosten im Gesundheitswesen hin, die durch den Klimawandel entstehen und stetig zunehmen. Der Schutz von Risikogruppen sei gerade in Anbetracht unserer alternden Gesellschaft nicht nur eine moralische Pflicht, sondern auch eine finanzielle Notwendigkeit. Viele präventive Maßnahmen würden sich schnell durch Einsparungen im Gesundheitswesen amortisieren und seien auch nicht aufwändig: Stadtgrün senke die Temperatur, erhöhe die Attraktivität der Städte und steigere neben dem körperlichen Wohlbefinden auch die Zufriedenheit der Bewohner.
Besonderes Interesse in der Expertenrunde galt Dominik Chadid, da er eine Praxisperspektive in den Abend einbrachte. Er berichtete, dass das Thema Klimaschutz grundsätzlich oft auf Ablehnung träfe; wenn es aber um die Entwicklung des Bezirks ginge, hätten die Anwohner ein hohes Interesse, sich bei der Gestaltung einzubringen. Max Bürck-Gemassmer erweiterte die Perspektive um das Ausland, Länder, in denen das Thema Klimaschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe angenommen würde, seien auch besonders effektiv und erfolgreich in der Umsetzung von Projekten. PD. Dr. habil. Fritz Reusswig motivierte die Anwesenden zum Schluss, mehr auf Erfolge zu blicken. Der Klimaschutz in Deutschland habe in den letzten Jahren einige große Schritte gemacht und das dürfe man auch feiern. Er erhoffe sich davon mehr Motivation der Beteiligten dranzubleiben.
Die Veranstaltung in Berlin markierte den Abschluss der ersten Runde der bundesweiten Reihe „Kühle Köpfe für eine gesunde Heimat“, mit der heimatwurzeln e.V. den bürgerlichen Klimaschutz um die Perspektive der Gesundheit erweitert. Mit Veranstaltungen in Schönebeck, Bonn und Berlin, die neben prominenten Politikern und Forschern auch kommunale Verantwortungsträger, den Katastrophenschutz, die Pflege und vor Allem Bürger zusammen brachten, bot der Verein eine Plattform für den Austausch über die Folgen des Klimawandels für das Gesundheitswesen und bot Perspektiven, wie Maßnahmen die Menschen vor Ort schützen und sogar die Lebensqualität erhöhen können.
Über heimatwurzeln e. V.
heimatwurzeln e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Bonn und setzt sich für bürgerlichen Klimaschutz ein. Gemeinsam mit Partnerorganisationen aus dem bürgerlichen Spektrum will der Verein die Akzeptanz für Klimaschutzmaßnahmen in der Mitte der Gesellschaft fördern.