Landwirtschaft als Schutzschild gegen Starkregen

In wenigen Sekunden stürzen hunderte Liter Wasser aus einem Schlauch vor die Füße der Zuschauer, die zwischen den an Mais erinnernden Miscanthus-Pflanzen stehen. Für einen Moment sieht es so aus, als drohe die Versuchsfläche zu überfluten, doch dann versickert das Wasser im Boden, und alle bleiben trockenen Fußes.  Ein aktueller Feldversuch auf dem Campus Klein-Altendorf der Universität Bonn untersucht, wie landwirtschaftliche Flächen dazu beitragen können, Niederschläge dort zurückzuhalten, wo sie fallen, um Menschen und ihre Häuser besser zu schützen.

Bonn, 10.08.2026 – Die Erkenntnisse des Feldversuchs können im Ernstfall einen entscheidenden Unterschied machen. Wasser, das auf landwirtschaftlichen Flächen zurückgehalten wird, fließt nicht ungebremst und gemischt mit Schlamm die Hänge hinab, um dann auf Häuser und Infrastruktur im Tal zu treffen.  Genau hier setzt der Feldversuch von Heimatwurzeln e.V. und seinen Partnern an. Beim Feldtag Starkregenvorsorge auf dem Campus Klein-Altendorf brachte Heimatwurzeln e.V. gemeinsam mit dem Bio Innovation Park Rheinland e. V. Vertreter aus Wissenschaft, Landwirtschaft und Kommunalpolitik zusammen, um zu zeigen, wie die Landwirtschaft zur Vorsorge beitragen kann. Während häufig zuerst an Mauern oder Rückhaltebecken gedacht wird, richtet sich der Blick hier auf den Acker. Mit landwirtschaftlichen Flächen sollen die Möglichkeiten der kommunalen Vorsorge ergänzt werden.

Nach nur wenigen Schritten über die Versuchsfläche wird deutlich, wie systematisch dieser Frage nachgegangen wird. Der Feldversuch besteht aus 24 Parzellen mit einer Gesamtfläche von 3.240 Quadratmetern. Es werden unterschiedliche Kulturen und Bewirtschaftungsverfahren verglichen, darunter erosionsmindernde Bodenbearbeitung, Dauerkulturen sowie ausgewählte Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen. Neben Weizen, Mais und Erbsen wachsen hier auch Blühstreifen. Ein besonderer Fokus der Wissenschaftler liegt jedoch auf Miscanthus, das bereits für seine Effektivität bei der Starkregenvorsorge bekannt ist.

Starkregenvorsorge braucht mehrere Bausteine – die Landwirtschaft ist einer davon

Die Flutkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021 hat gezeigt, welche verheerenden Folgen extreme Niederschläge für ganze Regionen haben können. Eine wirksame Vorsorge erfordert deshalb mehrere Bausteine: technischen Hochwasserschutz, Katastrophenschutz, kommunale Planung und Maßnahmen in der Fläche. Damit diese wirken können, müssen wissenschaftliche Erkenntnisse in praxistaugliche Modelle für Kommunen und landwirtschaftliche Betriebe übersetzt werden.

Für die Landwirtschaft ist die wirtschaftliche Tragfähigkeit entscheidend. Wer zusätzliche Leistungen für die Starkregenvorsorge erwartet, muss Bedingungen schaffen, die mit einer wirtschaftlichen Bewirtschaftung vereinbar sind.

Mit seinem Feldtag will Heimatwurzeln Akteure zusammenbringen, die für eine wirksame Vorsorge vor Ort entscheidend sind. Denn landwirtschaftliche Flächen können dabei helfen, Niederschläge frühzeitig in der Landschaft zurückzuhalten – lokal, dezentral und gemeinsam mit den Menschen, die diese Flächen bewirtschaften.

Weitere Presseberichte

In unserem Pressebereich finden Sie Hintergrundinformationen zu unseren Projekten, Einschätzungen zu aktuellen Ereignissen und viele weitere Materialien für eine fundierte Zusammenarbeit mit uns. 

Ansprechpartner

Julian Franz ist gerne für Sie da. Als Pressesprecher kümmert er sich um Ihre Anliegen rund um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.