Wie Landwirtschaft und Kommunen gemeinsam Menschen, Eigentum und Heimat schützen können.
Montag, den 10. August 2026, 9:30 bis 13:30 Uhr – Campus Klein-Altendorf der Universität Bonn
Starkregenereignisse können innerhalb kürzester Zeit Menschenleben gefährden und erhebliche Schäden an Gebäuden und Infrastruktur verursachen. Für eine wirksame Vorsorge braucht es deshalb nicht nur technische Großprojekte, sondern auch dezentrale und regional verankerte Ansätze.
Beim Feldtag Starkregenvorsorge zeigte Heimatwurzeln e.V. gemeinsam mit Partnern aus Landwirtschaft und Wissenschaft, wie landwirtschaftliche Flächen künftig stärker dazu beitragen können, Wasser zurückzuhalten und Kommunen vor den Folgen von Starkregen zu schützen.
Im Mittelpunkt steht ein wissenschaftlich begleiteter Feldversuch auf dem Campus Klein-Altendorf der Universität Bonn. Auf 24 Parzellen mit insgesamt 3.240 Quadratmetern Nettofläche wird untersucht, wie unterschiedliche Kulturarten und Bewirtschaftungsverfahren den Wasserrückhalt im Boden beeinflussen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Miscanthus als natürlichem Puffer gegen Starkregenereignisse.
Landwirtschaft als Partner der kommunalen Vorsorge
Nicht jede Fläche und nicht jeder landwirtschaftliche Betrieb verfügt über dieselben Voraussetzungen. Der Feldversuch vergleicht deshalb unterschiedliche Ansätze: von erosionsmindernder Bodenbearbeitung über Dauerkulturen bis hin zu ausgewählten Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen.
Unter wissenschaftlicher Begleitung von Prof. Dr. Ralf Pude wird untersucht, welche Verfahren unter welchen Bedingungen besonders wirksam sind und wie ihre Umsetzung durch eine Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Kommunen unterstützt werden kann.
Ziel ist ein Modell, das für beide Seiten tragfähig ist: Landwirte leisten einen messbaren Beitrag zur regionalen Starkregenvorsorge und erhalten zugleich eine wirtschaftliche Perspektive für angepasste Bewirtschaftungsformen.
Der Feldtag richtete sich insbesondere an Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Lokalpolitik, Landwirtschaft, landwirtschaftlicher Beratung, Katastrophenschutz, Wasserwirtschaft, Wissenschaft und Medien.
Gemeinsam regionale Vorsorge voranbringen
Kommunale Starkregenvorsorge muss nicht ausschließlich auf große Infrastrukturmaßnahmen warten. Landwirtschaftliche Flächen können bereits heute einen wichtigen Beitrag leisten – dezentral, lokal verankert und in enger Partnerschaft zwischen Kommunen und landwirtschaftlichen Betrieben.
Der Feldtag bot die Gelegenheit, den Versuchsansatz unmittelbar vor Ort kennenzulernen, mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen und neue regionale Kooperationen anzustoßen.