Nachwachsende Rohstoffe in Brandenburg und Sachsen

Am Donnerstag, dem 5. Juni 2025, fand in Finsterwalde eine Austauschrunde mit dem Titel „AUKM und mehrjährige nachwachsende Rohstoffe” statt. Die Veranstaltung wurde vom Verein für Miscanthus und mehrjährige Energiegräser e. V. und neuwerg, dem Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe im Land Brandenburg, in Zusammenarbeit mit Heimatwurzeln e. V. organisiert. Ziel war es, über die Herausforderungen und Chancen der Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) in Brandenburg und Sachsen sowie die Möglichkeiten, die sich durch Miscanthus ergeben, zu sprechen. Im Anschluss wurden die Miscanthus GbR Töpfer in Sonnewalde besichtigt.

Miscanthus ist ein mehrjähriges und schnellwachsendes Großgras, das mit wenig Aufwand auch auf ungünstigen Standorten gedeiht. Es zeichnet sich durch hohe Biomasseerträge aus und eignet sich u.a. als Bau- und Werkstoff, Papier und Verpackung, Tiereinstreu oder Substrat und kann energetisch genutzt werden. Miscanthus bindet nicht nur große Mengen CO₂, sondern kann auch helfen, Folgen des Klimawandels wie Starkregen zu begegnen.

Der Schwerpunkt der Diskussion der 17 Teilnehmer lag auf dem Anbau von Miscanthus und der Integration in den landwirtschaftlichen Umwelt- und Klimaschutz. Miscanthus habe zwar viele gute Eigenschaften, es fehle aber an einer etablierten und stabilen Absatzinfrastruktur. Ein Teilnehmer bezeichnete dies als Henne-Ei-Frage und forderte eine Förderung der Pflanzung nachwachsender Rohstoffe, da diese sehr kostenintensiv sei und erst durch das Angebot eine Industrie entstehen könne. Er fasste zusammen: „Solange Landwirte nicht genug Rohstoff liefern, investiert die Industrie nicht in die Verarbeitung, und solange keine Abnahme gesichert ist, investiert der Landwirt auch nicht in den Anbau von Miscanthus.“

Miscanthus sei außerdem gut für den Anbau an Gewässerrandstreifen geeignet. Es benötigt weder Düngung noch Pflanzenschutz. In Sachsen verbieten Wasserschutzbehörden allerdings den Anbau in Gewässerrandstreifen, obwohl er an solchen Standorten bei den Niederländern explizit gewünscht ist.

Bei der Veranstaltung wurde deutlich, dass mit Kulturen wie Miscanthus ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden kann. Dafür sind jedoch klare wirtschaftliche Perspektiven und weniger bürokratische Hürden erforderlich. Die Teilnehmer wünschten sich zudem ein “niederländisches Modell”, bei dem Ziele festgelegt werden, die dann regional in Umweltschutzmaßnahmen übersetzt werden. Die Diskussionsergebnisse sollen nun in konkrete Vorschläge für eine verbesserte AUKM-Gestaltung einfließen.

Über LandPerspektiven

Landwirte sind das Rückgrat unserer Heimat. Doch oft stehen sie bürokratischen, praxisfernen Maßnahmen gegenüber, die ihre Arbeit erschweren. LandPerspektiven will das ändern. Das Projekt setzt auf pragmatische, lösungsorientierte Ansätze, die den Umweltschutz effektiv und lebensnah gestalten – gemeinsam mit den Landwirten und nicht über ihre Köpfe hinweg. Denn nur so können der nachhaltige Schutz unserer Heimat und die Zukunft hochwertiger Lebensmittelproduktion in Deutschland gesichert werden. LandPerspektiven ist ein Projekt von Heimatwurzeln e.V.

Mehr Informationen: landperspektiven.de

Über Heimatwurzeln e.V.

Heimatwurzeln ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Bonn und setzt sich für bürgerlichen Klimaschutz ein. Gemeinsam mit Partnerorganisationen aus dem bürgerlichen Spektrum fördert der Verein die Akzeptanz für Klimaschutzmaßnahmen in der Mitte der Gesellschaft. Heimatwurzeln ist Teil des internationalen Netzwerks „Our Common Home“, das derzeit in 14 Ländern aktiv ist und Klimaschutz als gemeinschaftliche Aufgabe versteht.

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